Inklusion intensiv
in Leitlinien, Konzepten und Co.

Grundhaltung und konzeptionelle Verankerung

Wird in deinem Leitbild oder in grundlegenden Dokumenten explizit formuliert, dass deine Einrichtung auch jungen Menschen mit Behinderungen adressiert?
Viele Einrichtungen verstehen sich als „offen für alle“. Ohne explizite Benennung werden junge Menschen mit Behinderungen jedoch oft nicht mitgedacht.
Wird Inklusion in deinen grundlegenden Dokumenten als kontinuierlicher Entwicklungsprozess beschrieben?
Inklusion ist kein einmal erreichter Zustand, sondern eine Aufgabe, die regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt wird.
Ist in deinen (Projekt)Konzepten beschrieben, welche Ziele deine Einrichtung im Bereich Inklusion verfolgt?
Konzepte können beispielsweise Aussagen dazu enthalten, wie Teilhabe ermöglicht werden soll, welche Grundsätze für die Arbeit gelten, wie Zugänge geschaffen oder Barrieren abgebaut werden sollen.
Wird in deinen Konzepten beschrieben, dass Barrieren für junge Menschen regelmäßig überprüft und thematisiert werden sollen?
Dazu können Teamreflexionen, Feedbackrunden oder interne Audits gehören.

Kaum konzeptionelle Verankerung

Inklusion ist bisher nicht oder nur indirekt Teil deiner Grundlagen.


Next Step:

→ Einstieg über Leitbild oder Konzept

→ gemeinsame Verständigung im Team anstoßen, eine Struktursitzung kann hier Grundlagen bilden- hierfür auch gerne die Fachstelle Inklusion als externe Beratungsstelle nutzen

→ erste Ziele formulieren

Gute Ansätze, aber noch nicht durchgängig

Inklusion wird berücksichtigt, ist aber noch nicht in allen Dokumenten klar oder verbindlich beschrieben.


Next Step:

→ Ziele konkretisieren

→ Inklusion explizit benennen

→ Barrieren systematisch mitdenken

Klare konzeptionelle Grundlage

Inklusion ist in deinen grundlegenden Dokumenten sichtbar und konkret verankert. Du schafft damit eine tragfähige Basis für eure Praxis.


Next Step:

→ Übertragen in den Alltag: Wo wird das bereits konkret sichtbar?

→ Verbindung zur Praxis (Angebote, Strukturen) weiter stärken

Strukturen und Zuständigkeiten

Ist klar geregelt, wer innerhalb der Einrichtung für Fragen der inklusiven Weiterentwicklung zuständig ist?
Klare Zuständigkeiten helfen dabei, Inklusion langfristig zu verankern.
Ist beschrieben, wie Entscheidungen zur inklusiven Weiterentwicklung getroffen werden (zum Beispiel im Team, durch Leitung oder Gremien)?
Strukturen machen Entwicklung planbar und verbindlich. Das kann unter anderem über Teamstrukturen, Leitungsgremien oder Qualitätsentwicklungsprozesse erfolgen.
Sind im Haushaltsplan eurer Einrichtung Mittel für inklusive Maßnahmen vorgesehen?
Eine strukturelle Verankerung von Inklusion zeigt sich auch darin, ob dafür Ressourcen eingeplant werden.

Das kann z. B. betreffen:

  • barrierearme Ausstattung
  • Materialien
  • Fortbildungen
  • zusätzliche Unterstützung
Werden Bedarfe für inklusive Maßnahmen regelmäßig gegenüber dem Träger oder Zuwendungsgeber kommuniziert?
Durch die Kommunikation von Bedarfen können notwendige Ressourcen sichtbar gemacht und strukturell verankert werden.

Dazu kann auch gehören:

  • die Nutzung von Fördermöglichkeiten im Bereich Inklusion
  • die Beantragung von Projektmitteln (zum Beispiel Mikro-Projekte)
  • das Einbringen konkreter Bedarfe in Planungs- oder Abstimmungsprozesse

Struktureller Entwicklungsbedarf

Inklusion ist organisatorisch noch nicht ausreichend verankert.


Next Step:

→ Verantwortlichkeiten festlegen

→ erste Bedarfe formulieren

→ Gespräch mit Träger / Leitung suchen

Teilweise strukturiert

Einzelne Regelungen sind vorhanden, aber noch nicht durchgängig oder verbindlich.


Next Step:

→ Zuständigkeiten klar definieren

→ Entscheidungsprozesse festlegen

→ Bedarfe systematisch erfassen und kommunizieren

Strukturell gut aufgestellt

Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Ressourcen sind klar geregelt. Inklusion ist organisatorisch verankert.


Next Step:

→ Zuständigkeiten sichtbar machen (intern & extern)

→ Ressourcen strategisch nutzen

→ Fördermöglichkeiten gezielt einbinden

Beteiligung und Mitwirkung

Wird in deinem (Projekt)Konzepten beschrieben, wie junge Menschen (mit und ohne Behinderung) an Entscheidungen beteiligt werden können und gibt es eine konkrete Vorgabe oder Rahmen an was sie beteiligt werden?

Beteiligung wird besonders wirksam, wenn sie nicht nur allgemein formuliert ist, sondern konkret beschreibt:

  • wie Beteiligung stattfindet (z. B. Beteiligungsformate, Methoden, Zugänge)
  • woran junge Menschen beteiligt werden (z. B. Programmplanung, Regeln, Anschaffungen, Projekte)
  • in welchem Rahmen Entscheidungen getroffen werden (z. B. Mitentscheidung, Vorschlagsrecht, Budgetrahmen)

Beispiele für unterschiedliche Konkretisierungen:

  • „Junge Menschen werden an allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt.“
  • „Junge Menschen entscheiden über Programminhalte und Anschaffungen bis zu einem bestimmten Budget eigenständig mit.“
  • Beteiligung muss nachvollziehbar, realistisch und für alle zugänglich gestaltet sein. Inklusive Beteiligung bedeutet, dass Mitbestimmung für alle zugänglich gestaltet wird. Das kann beispielsweise beinhalten:

    • unterschiedliche Beteiligungsformen (mündlich, visuell, praktisch)
    • angepasste Kommunikationsformen
    • Unterstützung bei Entscheidungsprozessen
    • barrierearme Beteiligungsformate

    Wichtig ist, dass Beteiligung nicht nur grundsätzlich beschrieben wird, sondern konkret darauf eingeht, wie unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Wird die Zusammenarbeit mit den Sorgeberechtigten (in der Regel die Eltern) oder Bezugspersonen junger Menschen in Konzepten berücksichtigt?
Gerade im Freizeitbereich spielen Eltern oft eine wichtige Rolle für die Organisation von Teilhabe. Häufig sind es die Eltern bei Kindern mit Behinderungen, die Wege organisieren, relevante Informationen bündeln und kommunikativ vermitteln. Allein und ohne Mitwirken der Eltern, würden die meisten betroffenen jungen Menschen den ersten Schritt in die Angebote der Jugendarbeit gar nicht erst schaffen.

Zusammenarbeit kann helfen:

  • individuelle Bedarfe besser zu verstehen
  • Teilhabe zu organisieren
  • Vertrauen aufzubauen
  • Wichtig ist, dass diese Zusammenarbeit bewusst gestaltet und konzeptionell mitgedacht wird.

Keine klare Beteiligungsstruktur

Beteiligung ist nicht oder nur sehr allgemein beschrieben.


Next Step:

→ Das Thema Beteiligung gemeinsam im Team bearbeiten und verschriftlichen – Struktursitzung

→ erste konkrete Beteiligungsformate entwickeln

→ Perspektiven junger Menschen aktiv einbeziehen

Beteiligung vorhanden, aber unspezifisch

Beteiligung wird erwähnt, ist aber noch nicht konkret oder inklusiv ausgestaltet.


Next Step:

→ klären: Woran wird beteiligt? Wie genau?

→ Partizipationspyramide nach Straßburger und Rieger mit einbeziehen

→ unterschiedliche Zugänge ermöglichen (sprachlich, visuell, praktisch)

Konkrete und inklusive Beteiligung

Beteiligung ist klar beschrieben und für unterschiedliche junge Menschen zugänglich gestaltet.


Next Step:

→ Beteiligungsformate regelmäßig überprüfen und mit Praxis abgleichen – führe ich Beteiligung so durch, wie es konzeptionell geplant war

→ Rückmeldungen junger Menschen aktiv einholen

Personal und Organisationsentwicklung

Ist es ein fester Bestandteil der Einarbeitung, dass sich neue Mitarbeitende mit inklusiver Jugendarbeit auseinandersetzen?
Die eigene Haltung und ein gemeinsames Verständnis im Team ist eine wichtige Grundlage für Inklusion.
Ist vorgesehen, dass die Mitarbeitenden zu Themen der inklusiven Jugendarbeit fortgebildet oder unterstützt werden?
Fortbildungen, kollegiale Beratung oder externe Begleitung können helfen, Inklusion im Alltag umzusetzen.
Werden Konzepte oder Leitlinien regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt?
Regelmäßige Reflexion hilft dabei, Erfahrungen aus der Praxis in die Weiterentwicklung von Konzepten einfließen zu lassen.
Wird in deinen Konzepten beschrieben, wie deine Einrichtung inklusiv nach außen wirkt (zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen, Ansprache verschiedener Zielgruppen)?

Dazu gehören unter anderem:

  • Explizites Ausschreiben von inklusiven Angeboten
  • Kooperationen zum Beispiel mit Trägern der Eingliederungshilfe

Kaum strukturelle Weiterentwicklung

Inklusion wird bisher nicht systematisch weiterentwickelt.


Next Step:

→ erste Fortbildungsangebote nutzen, beispielsweise die Angebote des Landesjugendamtes durchsehen

→ Reflexionsräume im Team schaffen

→ externe Impulse, zum Beispiel durch die Fachstelle Inklusion, einbeziehen

Entwicklung im Aufbau

Es gibt erste Ansätze, aber noch keine systematische Verankerung.


Next Step:

→ Inklusion als festen Bestandteil von Einarbeitung und Fortbildung etablieren

→ regelmäßige Reflexion verankern

Inklusion ist Teil der Organisationsentwicklung

Inklusion wird aktiv weiterentwickelt und ist im Team sowie in der Außenwirkung verankert.


Next Step:

→Kooperationen weiter ausbauen

→ gute Praxis sichtbar machen (zum Beispiel über Öffentlichkeitsarbeit)