Praxiswerkstatt 2026

Erkenntnisse und Empfehlungen aus Vorträgen und Werkstattgruppen

Eine Person befestigt Moderationskarten an einer Pinnwand. Auf der Pinnwand sind mehrere handschriftliche Fragen und Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zum Thema Teilhabe gesammelt.

📊Fachvortrag

Von Frau Przybylski, freiberufliche Referentin und Lehrende HAW Hamburg

Was braucht inklusive Kinder- und Jugendarbeit
aus Sicht von jungen Menschen mit Behinderungen?

Ergebnisse der Werkstattgruppen

⚽Werkstattgruppe 1: Freizeit, Begegnung und Veranstaltungen

  • Zugänglichkeit hat verschiedene Seiten: Fehlende Freizeitangebote, Sprache, räumliche Gegebenheiten und Mobilität können Teilhabe erschweren.
  • Inklusion braucht Offenheit und Mut zum Ausprobieren: Nicht für jede Situation gibt es eine fertige Lösung. Wichtig sind situationsbezogenes und flexibles Handeln sowie die Bereitschaft, Erfahrungen zu sammeln.
  • Inklusion sollte selbstverständlich mitgedacht werden: Der Gedanke „Don’t call it inclusion“ verweist darauf, Inklusion nicht als Sonderthema zu behandeln. Persönliche Kontakte und gemeinsames Handeln können inklusive Entwicklung weitertragen.
  • Haltung und Beziehungen sind eine wichtige Grundlage: Geduld, Beziehungsarbeit und die Bereitschaft zum „Einfach machen“ wurden als wichtige Voraussetzungen benannt. Menschen mit Behinderungen sollten auch im Ehrenamt selbstverständlich mitgedacht werden.

Handlungsempfehlungen

  • 
Öffentliche Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung für Inklusion stärken.
  • Transparent kommunizieren und Rahmenbedingungen von Einrichtungen sichtbar machen.
  • Finanzielle Ressourcen für Personal, Sozialassistenz, Mobilität und bauliche Maßnahmen bereitstellen.
  • Bürokratische Hürden und Antragstellung vereinfachen.

👥Werkstattgruppe 2: Vereine, Gruppen und Ehrenamt

Leitfrage: Wie gelingt inklusive Öffnung in Gruppen, Vereinen und Verbänden?

Zentrale Erkenntnisse

  • Information und Vernetzung: Informationen zu Angeboten, Unterstützung und Anlaufstellen fehlen teilweise oder erreichen die Zielgruppen nicht. Gleichzeitig mangelt es an Vernetzung. „Türöffner“ mit Wissen und Kontakten können Zugänge schaffen. Auch Qualifizierung und Fortbildung sind wichtig.
  • Ehrenamt: Menschen mit Behinderungen sollten selbstverständlich als Ehrenamtliche mitgedacht werden. Dafür braucht es Offenheit, passende Aufgaben und Möglichkeiten, Menschen und Engagementfelder zusammenzubringen.
  • Haltung: Inklusion ist ein fortlaufender Prozess und noch nicht überall selbstverständlicher Teil der Praxis. Sie sollte nicht als zusätzliche Arbeit verstanden werden. Gleichzeitig braucht es Offenheit für individuelle Lösungen.
  • Struktur: Personelle und strukturelle Engpässe lassen sich nicht allein durch Engagement auffangen. Inklusive Praxis braucht verlässliche personelle, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen.

Handlungsempfehlungen

  • Junge Menschen mit Behinderungen bei der Entwicklung und Gestaltung von Angeboten beteiligen.
  • Barrierearm kommunizieren und Inklusion in Angeboten sichtbar machen.
  • Barrieren prüfen und Unterstützungsbedarfe frühzeitig und offen abfragen.
  • Inklusion im Team, in Konzepten und in der Juleica-Ausbildung verankern.
  • Wissen, Fortbildung, Vernetzung und Informationen zu Unterstützung und Förderung stärken.
  • Assistenz und Unterstützung erleichtern und verlässliche Ressourcen schaffen.

🤝Werkstattgruppe 3: Vom Zugang zur Teilhabe

Leitfrage: Wer braucht wen, damit Teilhabe gelingt?

Zentrale Erkenntnisse

  • Zugang allein reicht nicht für Teilhabe: Entscheidend ist auch, ob junge Menschen sich willkommen fühlen und tatsächlich mitmachen können.
  • Direkte Ansprache und Nachfragen sind zentral: Junge Menschen sollten selbst gefragt werden, was sie brauchen, statt Unterstützungsbedarfe anzunehmen.
  • Eltern und andere Bezugspersonen spielen eine wichtige Rolle: Sie können Teilhabe ermöglichen und wichtige Wissensträger*innen sein.
  • Teilhabe braucht Flexibilität und passende Unterstützung: Flexible Gestaltung, verständliche Kommunikation, angepasste Methoden und Hilfsmittel können Teilhabe unterstützen. Unterstützung muss dabei zur tatsächlichen Lebenssituation passen.
  • Nicht alles kann die Jugendarbeit allein leisten: Zusätzliche personelle Unterstützung, Beratung, Koordination, finanzielle Ressourcen oder Assistenz können erforderlich sein. Vernetzung und Zusammenarbeit sind deshalb wichtig.

Handlungsempfehlungen

  • Junge Menschen direkt nach ihren Bedarfen fragen.
  • Angebote flexibel gestalten und Kommunikation und Methoden anpassen.
  • Eltern und andere Bezugspersonen als mögliche Unterstützerinnen und Wissensträgerinnen einbeziehen.
  • Unterstützung an der tatsächlichen Lebenssituation ausrichten.
  • Notwendige Assistenz, Beratung und personelle Unterstützung ermöglichen.
  • Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteur*innen stärken.

🧩Werkstattgruppe 4: Inklusivere Ausrichtung gemeinsam gestalten

Leitfrage: Wie können Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und weitere Akteur*innen gemeinsam Teilhabe unterstützen?

Zentrale Erkenntnisse

  • Praxis und Angebote: Junge Menschen sollten frühzeitig einbezogen und nach ihren Bedarfen gefragt werden. Angebote sollten niedrigschwellig, barrierearm und flexibel gestaltet und Teilhabe bereits bei der Planung mitgedacht werden. Selbstvertretung, Peer-Perspektiven und Fachexpertise können dabei unterstützen.
  • Zusammenarbeit und Schnittstellen: Viele Barrieren können einzelne Angebote oder Träger nicht allein lösen. Es braucht eine stärkere Vernetzung zwischen Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und weiteren Akteur*innen sowie einen besseren Informationsaustausch. Kooperation sollte nicht erst im Problemfall beginnen.
  • Vom Einzelfall zur strukturellen Lösung: Wiederholen sich ähnliche Bedarfe oder Hürden, sollte geprüft werden, ob Angebote, Zusammenarbeit oder Rahmenbedingungen verändert werden können. Individuelle Unterstützung bleibt wichtig, sollte strukturelle Barrieren aber nicht dauerhaft kompensieren.
  • Planung und Strukturen: Erfahrungen und wiederkehrende Bedarfe aus der Praxis sollten in Planung und Strukturen zurückgespiegelt werden. Wichtig sind dabei eine bessere Wissens- und Datengrundlage, Beteiligung, bestehende Planungsstrukturen, Fortbildung sowie dauerhafte finanzielle Absicherung und tragfähige Regelstrukturen.

Handlungsempfehlungen

  • Junge Menschen und Selbstvertretung von Anfang an beteiligen.
  • Bestehende Angebote stärker für den Sozialraum öffnen.
  • Kooperation und Informationsaustausch verbessern.
  • Wiederkehrende Erfahrungen aus Einzelfällen für die Weiterentwicklung von Angeboten, Planung und Strukturen nutzen.
  • Inklusive Entwicklung dauerhaft finanziell und strukturell absichern.

💬Fachgespräch

Mit Prof. Dr. Lakemann, Janet Siebert, Andrea Grassow und Peter Weise

Zur Frage, was verhindert, dass Inklusion in der Jugendarbeit selbstverständlich wird, standen im Fachgespräch drei Aspekte im Mittelpunkt: Haltung, Kultur und Ermöglichen. Es braucht eine offene Haltung gegenüber unterschiedlichen Bedürfnissen, eine Kultur, in der Vielfalt selbstverständlich mitgedacht wird, und den Blick darauf, was es braucht, damit Teilhabe möglich wird, statt darauf, warum etwas nicht geht.

Mit Blick auf die kommenden Jahre wurde Fortschritt daran festgemacht, dass Inklusion selbstverständlicher Teil der Jugendarbeit ist, junge Menschen mit und ohne Behinderungen auch digital gemeinsam sichtbar sind und nicht mehr dieselben grundlegenden Fragen zur inklusiven Öffnung diskutiert werden müssen wie heute.

Fotogalerie

Weitere Grundlage:

Inklusion. Einfach anfangen!

Wo fange ich beim Thema Inklusion in der Jugendarbeit eigentlich an? Was sind die ersten Schritte auf den Weg zu einer inklusiven Jugendarbeit?
pädagogische Grundsätze
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Das nehmen wir mit.

In diesem Bereich bündeln wir zentrale Erkenntnisse und Impulse aus unseren digitalen Sprechstunden. Die digitalen Sprechstunden leben vom gemeinsamen Austausch. Die folgenden Erkenntnisse sind keine
Öffentlichkeitsarbeit
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Was ist Inklusion und was eigentlich nicht?

Inklusion ist schnell gesagt. Was sich dahinter verbirgt ist aber nicht immer eindeutig. Hier findest du einen Versuch der Annäherung an einen wichtiger werdenden (Fach)Begriff.
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