Inklusion nach außen
Kooperationen, Zugänge und Elternarbeit

Zugänge zu Angeboten

Werden deine Angebote so kommuniziert, dass unterschiedliche junge Menschen davon erfahren können?
Junge Menschen mit Behinderung erreichen Angebote oft nicht, weil sie nichts davon wissen. Öffentlichkeitsarbeit ist ein zentraler Zugang zu deinen Angeboten. Sie sollte so gestaltet sein, dass möglichst viele junge Menschen und ihre Bezugspersonen erreicht werden.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • unterschiedliche Kommunikationswege (online, analog, persönlich)
  • leichte oder einfache Sprache
  • klare Struktur und gut lesbare Gestaltung
  • visuelle Unterstützung (z. B. Bilder, Symbole)
  • barrierearme digitale Angebote (z. B. Website, Social Media)
  • Darstellung von Vielfalt und klare Signale von Offenheit
Sprichst du gezielt auch junge Menschen an, die bisher wenig Zugang zu deinen Angeboten haben (zum Beispiel über Einrichtungen oder Netzwerke)?

Das kann beispielsweise durch direkte Ansprache oder Kooperationen erfolgen, etwa mit:

  • Förderschulen
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Beratungsstellen
Gibt es für interessierte junge Menschen oder Familien niedrigschwellige Möglichkeiten, Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen?

Zugänge werden erleichtert durch:

  • persönliche Ansprechpartner*innen
  • verschiedene Kontaktmöglichkeiten
  • offene Besuchsmöglichkeiten

Deine Angebote erreichen bisher nur einen Teil der Zielgruppe.


Next Step:

→ prüfen: Wer fehlt bisher und warum? Dabei beachten, dass ein „offen für alle“ nicht automatisch die Außenwirkung hat, sodass sich auch wirklich alle angesprochen fühlen.

→ erste Schritte über gezielte Ansprache und einfache Zugänge entwickeln

→ Beratung über die Fachstelle Inklusion einholen

Gute Ansätze vorhanden

Einige Zugänge sind bereits geschaffen, aber noch nicht durchgängig oder zielgruppenspezifisch.


Next Step:

→ Kommunikationswege erweitern (zum Beispiel direkte Ansprache, Kooperationen)

→ Barrierefreiheit der Informationen weiter verbessern (einfache oder leichte Sprache, Kontraste, Schriftgröße etc.)

Angebote sind gut erreichbar und sichtbar

Deine Angebote sind so gestaltet und kommuniziert, dass unterschiedliche junge Menschen davon erfahren und Zugang finden können.


Next Step:

→ gezielt unterrepräsentierte Gruppen stärker in den Blick nehmen

→ erfolgreiche Zugangswege weiter ausbauen und für einzelne junge Menschen mit Bedarf individuell verbessern

Kooperationen und Vernetzung

Hast du einen Überblick über relevante Akteur*innen im Sozialraum (Schulen, Behindertenhilfe, Selbsthilfe, Initiativen)?
Kenntnisse über bestehende Strukturen erleichtern Kooperation und Zugang.
Arbeitest du mit diesen Akteur*innen zusammen, um inklusive Teilhabe zu ermöglichen?
Werden Kooperationen so gestaltet, dass sie inklusive Teilhabe fördern und nicht zu parallelen Strukturen führen?

Kooperationen (z. B. mit Einrichtungen der Behindertenhilfe) können Inklusion stärken – oder unbeabsichtigt getrennte Angebote verstärken. Inklusive Kooperationen zeichnen sich z. B. aus durch:

  • gemeinsame Angebote statt paralleler Strukturen
  • gegenseitige Öffnung
  • gemeinsame Verantwortung für Teilhabe
Werden Perspektiven von jungen Menschen mit Behinderung sowie deren Umfeld (z. B. Eltern, Schule, Unterstützungsdienste) aktiv einbezogen, um Angebote bedarfsgerecht zu gestalten?

Eine inklusive Öffnung gelingt besonders dann gut, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden. Das kann z. B. beinhalten:

  • Austausch mit Eltern oder Bezugspersonen
  • Zusammenarbeit mit Schulen
  • Einbindung von Unterstützungsdiensten
  • Gespräche mit den Jugendlichen selbst

Wichtig: Junge Menschen mit Behinderung sollten als Expert*innen in eigener Sache einbezogen werden.

Verfügt eure Einrichtung über eigene Möglichkeiten, junge Menschen mit Unterstützungsbedarf zu begleiten – auch unabhängig von externen Hilfesystemen?

Inklusive Jugendarbeit zielt darauf ab, Teilhabe möglichst im Regelsystem zu ermöglichen. Das kann z. B. beinhalten:

  • Einbezug von Ehrenamtlichen
  • Aufbau von Unterstützungskreisen
  • Assistenzlösungen im Alltag
  • flexible Unterstützungsangebote

Kaum Vernetzung vorhanden

Kooperationen spielen bisher eine geringe Rolle für deine inklusive Öffnung.


Next Step:

→ erste Kontakte im Sozialraum knüpfen

→ gezielt mit einzelnen Partner*innen starten (zum Beispiel Schule, Beratungsstelle)

→ Beratung und Austausch über die Fachstelle Inklusion einholen

Kooperationen vorhanden, aber ausbaufähig

Es bestehen erste Kontakte und Zusammenarbeit, jedoch noch nicht systematisch oder inklusiv ausgerichtet.


Next Step:

→ Kooperationen gezielt weiterentwickeln und am digitalen Austausch der Fachstelle Inklusion teilnehmen

→ Fokus auf gemeinsame Verantwortung statt paralleler Angebote legen

Starke Vernetzung und inklusive Kooperationen

Du arbeitest aktiv mit relevanten Akteur*innen zusammen und gestaltest Kooperationen bewusst inklusiv.


Next Step:

→ Netzwerke weiter vertiefen und am digitalen Austausch der Fachstelle Inklusion teilnehmen

→ gemeinsame inklusive Angebote ausbauen

→ Perspektiven junger Menschen noch stärker einbinden

Elternarbeit und Bezugspersonen

Gibt es Möglichkeiten für Eltern oder Bezugspersonen, Fragen zu stellen, Informationen zu erhalten und Vertrauen aufzubauen?
Eltern sind nicht die Zielgruppe von Jugendarbeit. Dennoch sind sie ein wichtiger Baustein, wenn es um die Zugänge und Teilnahme von jungen Menschen mit Behinderungen geht. Transparente Informationen, persönliche Gespräche und feste Ansprechpersonen können helfen, Unsicherheiten abzubauen.
Werden Eltern oder Bezugspersonen bei Bedarf in die Planung oder Organisation von Teilnahme einbezogen?
So können Bedarfe frühzeitig geklärt und Teilhabe erleichtert werden.

Kaum Einbindung

Elternarbeit ist bisher kein bewusster Bestandteil.


Next Step:

→ mit dem Thema Elternarbeit in Bezug auf jungen Menschen mit Behinderung auseinandersetzen, dafür gerne den Hintergrundtext in unserem Wissensbereich nutzen

→ erste Kontaktmöglichkeiten schaffen

→ Vertrauen durch Transparenz und Gespräch aufbauen

Erste Ansätze sichtbar

Es gibt Kontaktmöglichkeiten, aber noch keine systematische Einbindung.


Next Step:

→ feste Ansprechpersonen benennen und prüfen, ob ein festes Austauschformat Sinn ergibt

→ niedrigschwellige Austauschmöglichkeiten schaffen

Vertrauensvolle Zusammenarbeit vorhanden

Eltern und Bezugspersonen werden als wichtige Partner*innen wahrgenommen und aktiv einbezogen.


Next Step:

→ Austauschformate weiter stärken

→ Transparenz über Angebote und Möglichkeiten ausbauen

Haltung und Weiterentwicklung

Wird nach außen sichtbar, dass deine Einrichtung offen für vielfältige junge Menschen ist?
Dies wird möglich durch Bildsprache, Sprache und Öffentlichkeitsarbeit.
Reflektierst du regelmäßig, welche Gruppen deine Angebote (noch) nicht erreichen und entwickelst darauf aufbauend neue Zugänge?
Diese Reflexion hilft, „blinde Flecken“ zu erkennen und gezielt weiterzuentwickeln.

Kaum sichtbare Öffnung

Inklusion ist nach außen wenig erkennbar.


Next Step:

→ klare Signale der Offenheit setzen

→ Öffentlichkeitsarbeit gezielt anpassen

Erste Öffnung sichtbar

Einzelne Signale sind vorhanden, aber noch nicht systematisch.


Next Step:

→ Sichtbarkeit von Vielfalt bewusst gestaltent

→ gezielt Gruppen ansprechen, die bisher fehlen

→ Feedback von außen einholen

Inklusion ist sichtbar und wird weiterentwickelt

Deine Einrichtung zeigt nach außen klar, dass Vielfalt willkommen ist, und reflektiert regelmäßig ihre Reichweite.


Next Step:

→ gezielte Weiterentwicklung von Zugängen

→ inklusive Öffentlichkeitsarbeit weiter stärken