Inklusion konkret
innerhalb von Angeboten

Verständliche Kommunikation und Beteiligung

Werden Informationen (das können Regeln, Ziele und Abläufe sein) verständlich und auf unterschiedliche Weise vermittelt (z. B. sprachlich, visuell, praktisch)?

Unterschiedliche junge Menschen profitieren von unterschiedlichen Zugängen. Sie können helfen, Angebote für alle verständlicher zu machen.

Unterstützend können sein:

  • einfache oder klare Sprache
  • visuelle Hilfen (Symbole, Bilder)
  • Vormachen
  • praktische Beispiele
  • schriftliche oder visuelle Alternativen (zum Beispiel für hörbeeinträchtigte junge Menschen)
Haben junge Menschen die Möglichkeit, Ideen und Wünsche in die Gestaltung von Angeboten einzubringen? Dabei geht es um die Interessen und Wünsche aller jungen Menschen (mit und ohne Vielfaltsmerkmalen)
Mitbestimmung stärkt Motivation, Selbstwirksamkeit und Teilhabe.
Wird aktiv darauf geachtet, dass sich alle Teilnehmenden respektiert fühlen und niemand ausgeschlossen wird?
Ein wertschätzender Umgang ist eine wichtige Grundlage für inklusive Gruppenprozesse. Dazu gehört auch: keine Bloßstellung, freiwillige Teilnahme, Berücksichtigung von Unsicherheiten oder Ängsten. Diskriminierungen sollten unbedingt aufgegriffen und entgegen gewirkt werden.

Entwicklungspotenzial

Beteiligung und Verständlichkeit sind bisher noch nicht ausreichend verankert.


Next Steps:

→ einfache Anpassungen testen: zum Beispiel visuelle Unterstützung, klare Sprache

→ bewusst Räume für Mitbestimmung schaffen

→ Austausch im Team über Beteiligung und Kommunikation: Eventuell ist eine interne Fortbildung möglich. Partizipationspyramide nach Straßburger und Rieger beachten, einfache Sprache verwenden.

Gute Ansätze vorhanden

Du berücksichtigst Beteiligung und Verständlichkeit bereits, aber noch nicht durchgehend.


Next Steps:

→ verschiedene Kommunikationsformen bewusster einsetzen

→ Beteiligung systematischer einplanen: Dabei die Partizipationspyramide nach Straßburger und Rieger beachten

→ Methoden zur inklusiven Beteiligung nutzen: unterschiedliche Beteiligungsformen (mündlich, visuell, praktisch), angepasste Kommunikationsformen, Unterstützung bei Entscheidungsprozessen, barrierearme Beteiligungsformate

Gute Grundlage für inklusive Beteiligung

Deine Angebote sind so gestaltet, dass junge Menschen sich verständlich informieren und aktiv einbringen können. Beteiligung scheint bei dir bereits ein selbstverständlicher Bestandteil zu sein.


Next Steps:

→ Beteiligungsformate weiter ausbauen, zum Beispiel regelmäßige Beteiligungsrunden angepasst auf dein Angebotsformat (dabei beachten WIE und an WAS beteiligt werden soll)

→ gezielt auch ruhigere oder bisher weniger sichtbare Stimmen einbeziehen

→ Erfahrungen im Team reflektieren und weitergeben

Gestaltung von Aktivitäten

Können Aktivitäten flexibel angepasst werden (beispielsweise Regeln, Materialien, Schwierigkeitsgrad)?

Nicht alle jungen Menschen können oder möchten Aufgaben auf die gleiche Weise bearbeiten. Anpassungen ermöglichen Teilhabe, zum Beispiel durch:

  • vereinfachte oder veränderte Regeln
  • angepasste Materialien
  • unterschiedliche Schwierigkeitsstufen
  • alternative Durchführungsformen (zum Beispiel im Sitzen)
Gibt es innerhalb eines Angebots verschiedene Rollen oder Formen der Beteiligung?
Nicht alle jungen Menschen möchten oder können sich auf die gleiche Weise beteiligen. Unterschiedliche Rollen oder Aufgaben können Teilhabe erleichtern. Zum Beispiel aktiv teilnehmen, beobachten, unterstützen, organisieren
Wird bei der Planung von Angeboten berücksichtigt, dass junge Menschen unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse haben?
Dazu können körperliche Voraussetzungen, Sprachbarrieren oder unterschiedliche Lernweisen gehören.
Ist der Ort des Angebots für möglichst viele junge Menschen zugänglich und nutzbar?

Dabei sollten verschiedene Aspekte mitgedacht werden:

  • Erreichbarkeit (zum Beispiel öffentlicher Nahverkehr)
  • Zugänglichkeit (zum Beispiel stufenfreie Wege und Türen)
  • Nutzbarkeit vor Ort (zum Beispiel Sanitäranlagen, Rückzugsräume)
  • Orientierung (zum Beispiel Beschilderung)

Auch externe Orte (Ausflüge oder Veranstaltungen) sollten vorab geprüft werden.

Wird bei deinen Angeboten das gemeinsame Erleben und Miteinander höher gewichtet als das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses (z. B. Sieg, Leistung oder fertiges Produkt)?
Inklusive Angebote orientieren sich stärker am gemeinsamen Prozess als am Ergebnis. Das bedeutet:
  • Gemeinsames Erleben ermöglicht Begegnung und fördert den Abbau von Berührungsängsten
  • Teilnahme ist wichtiger als Leistung
  • unterschiedliche Beiträge sind gleichwertig
  • Wettbewerb tritt in den Hintergrund oder wird angepasst
So können mehr junge Menschen unabhängig von ihren Voraussetzungen aktiv teilnehmen. Gleichzeitig gilt auch junge Menschen mit Behinderungen dürfen die Erfahrungen mit Herausforderungen machen. Hierfür ist nur wichtig, dass die Herausforderung möglich ist zu meistern.

Hoher Entwicklungsbedarf

Eure Angebote sind bisher eher auf einheitliche Voraussetzungen ausgerichtet.


Next Steps:

→ erste Anpassungen ausprobieren (z. B. Rollenvielfalt, flexible Regeln)

→ Fokus stärker auf das gemeinsame Erleben legen

→ Unterstützung durch Beratung der Fachstelle Inklusion nutzen

→ Fortbildungen zum Thema raussuchen

Gute Ansätze mit Entwicklungspotenzial

Einige Aspekte inklusiver Gestaltung sind bereits vorhanden, aber noch nicht durchgängig umgesetzt.


Next Steps:

→ Angebote bewusster auf Anpassbarkeit prüfen

→ verschiedene Rollen und Beteiligungsmöglichkeiten stärker nutzen

→ gezielt überlegen: „Wer kann aktuell noch nicht gut teilnehmen?“

→ digitale Sprechstunde oder Beratungsangebot der Fachstelle nutzen, um sich auszutauschen und das eigene Angebot zu reflektieren

Inklusive Angebotsgestaltung gelingt gut

Eure Angebote sind flexibel, vielfältig und ermöglichen Teilhabe für unterschiedliche junge Menschen. Der Fokus liegt erkennbar auf dem Miteinander statt auf Leistung.


Next Steps:

→ gute Praxis dokumentieren und weitergeben

→ gezielt komplexere Gruppen oder Situationen reflektieren

→ Austausch mit anderen Einrichtungen suchen und Erfahrungen weitergeben, zum Beispiel in der digitalen Sprechstunde der Fachstelle Inklusion

Tempo, Struktur und Wahrnehmung

Können Tempo und Ablauf eines Angebots flexibel gestaltet werden?
Manche jungen Menschen benötigen mehr Zeit oder zusätzliche Pausen.
Sind Angebote klar strukturiert und für die Teilnehmenden gut nachvollziehbar?
Klare Abläufe, Wiederholungen und transparente Schritte geben Orientierung und Sicherheit. Eine übersichtliche Gestaltung und reduzierte Reize können zusätzlich unterstützen.
Werden unterschiedliche Wahrnehmungsbedarfe berücksichtigt (insbesondere Sehen, Hören, Reizverarbeitung)?
Dazu gehören unter anderem:
  • visuelle Materialien für hörbeeinträchtigte junge Menschen
  • verbale Beschreibungen für sehbeeinträchtigte Personen
  • ruhige Alternativen bei hoher Lautstärke
  • angepasste Licht- und Reizbedingungen

Entwicklungsbedarf

Struktur, Tempo und Wahrnehmungsbedarfe werden bisher wenig berücksichtigt.

Next Steps:

→ einfache Strukturen einführen (zum Beispiel klare Abläufe)

→ Tempo anpassen und Pausen ermöglichen

→ erste Erfahrungen mit reizarmen Settings sammeln

Teilweise gut berücksichtigt

Struktur und Tempo sind teilweise angepasst, aber nicht immer konsequent.

Next Steps:

→ Abläufe transparenter gestalten

→ Pausen und Zeitstrukturen bewusster einplanen

→ Reizbelastung stärker reflektieren, Angebotsnutzer*innen befragen, die davon betroffen sind

Gute Orientierung und Zugänglichkeit

Eure Angebote sind klar strukturiert und berücksichtigen unterschiedliche Wahrnehmungsbedarfe.

Next Steps:

→ individuelle Bedürfnisse noch gezielter einbeziehen, beispielsweise indem eine Zufriedenheitsbefragung unter den Angebotnutzer*innen durchgeführt wird

→ Reizreduktion und Struktur bewusst weiterentwickeln und mit vorhandenen Bedarfen abgleichen

Reflexion und Zusammenarbeit

Ist klar geregelt, wer für die inklusive Weiterentwicklung eurer Angebote zuständig ist?
Eine klar benannte Ansprechperson schafft Orientierung und Sicherheit, sowohl für Fachkräfte als auch für Familien und junge Menschen.
Wurden im Team bereits Grenzen und Möglichkeiten eurer Angebote reflektiert?
Zu wissen, was (noch) nicht möglich ist, schafft Transparenz und hilft, realistische Entwicklungsschritte zu planen.
Gibt es Möglichkeiten für Sorgeberechtigte (in der Regel die Eltern), Fragen zu stellen oder in Kontakt zu treten?
Eltern sind nicht die Zielgruppe der Jugendarbeit, spielen aber eine wichtige Rolle für den Zugang und die Teilnahme insbesondere von jungen Menschen mit Behinderungen. Ein offener Austausch kann helfen, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und passende Lösungen zu finden

Struktureller Entwicklungsbedarf

Reflexion, Zuständigkeiten und Zusammenarbeit sind bisher wenig ausgeprägt.


Next Steps:

→ klare Ansprechperson benennen

→ regelmäßige Reflexion im Team einführen

→ erste Gespräche mit Eltern ermöglichen

Ansätze vorhandenl

Reflexion und Zusammenarbeit finden statt, sind aber noch nicht fest verankert.


Next Steps:

→ feste Zuständigkeiten klären und verschriftlichen: Wer widmet sich dem Thema Inklusion?

→ Reflexion regelmäßig im Team verankern (ein fester Rhythmus hilft, um am Thema dran zu bleiben)

→ Austausch mit Eltern gezielter gestalten – welches Format ist vorstellbar

Gute strukturelle Verankerung

Inklusion wird im Team reflektiert und weiterentwickelt. Zuständigkeiten und Austausch mit Eltern sind klar.


Next Steps:

→ Reflexionsstrukturen verstetigen

→ externe Perspektiven stärker einbeziehen

→ Entwicklung dokumentieren- aufnehmen was funktioniert und was nicht