Argumentationsduell

Thema

Argumentation, Meinungsbildung, Perspektivwechsel

Zeitaufwand

35–45 Minuten (inkl. Vorbereitungs- und Auswertungsphase)

Gruppengröße

Ab 8 Personen, Zwei Gruppen à 3–6 Personen, Rest als Jury oder Beobachtungsgruppe möglich

Kurzbeschreibung

Beim Argumentationsduell bereiten zwei Gruppen gegensätzliche Standpunkte zu einer Fragestellung vor und treten anschließend in eine strukturierte Diskussion ein. Ziel ist es, Argumente klar zu formulieren, auf Gegenargumente einzugehen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.

Barrierefreiheit

  • Klare Struktur (Pro → Contra → Reaktion)
  • Bewegungsarm durchführbar
  • Variationen helfen dabei das  Reizniveau zu steuern, Sprachdruck zu mindern, Beteiligung zu differenzieren, komplexitätsreduzierbar zu machen

Benötigtes Material

  • Themenkarten oder Fragestellungen
  • gegebenenfalls Moderationskarten
  • gegebenenfalls Stoppuhr
  • Eigene Argumente entwickeln
  • Standpunkte sprachlich vertreten
  • Gegenargumente verstehen und einordnen
  • Diskussionskultur stärken
  • Jugendliche
  • Erwachsene

Ablauf

Thema vorstellen

Beispiel: „Sollte es in Jugendgruppen feste Handynutzungszeiten geben?“

Gruppenbildung

Eine Gruppe übernimmt Pro, eine Contra.

Vorbereitungsphase

Jede Gruppe sammelt Argumente.

Argumentationsrunde

  • Gruppe A trägt Argument vor
  • Gruppe B reagiert
  • Wechsel

Abschluss

Jury oder Plenum reflektiert die Diskussion.

Variationen und Erweiterungen

Rollenvielfalt erweitern (druckreduzierend) statt nur „Pro“ und „Contra“:

  • Jury (bewertet Argumentationsstruktur, nicht Meinung)
  • Beobachter*innen (achten auf Gesprächsregeln)
  • Argumentesammler*innen (notieren starke Argumente)
  • Moderator*innen aus der Gruppe

 Reduziert Sprachdruck für einzelne.

Argumentkarten-Variante (komplexitätsreduzierend)

  • Vorgegebene Argumentkarten verteilen
  • Gruppen sortieren diese nach „stark“, „mittel“, „schwach“
  • Anschließend Diskussion

Hilft bei Lernschwierigkeiten oder jüngeren Gruppen.

Positionswechsel (Perspektivwechsel fördern)

Nach der ersten Runde:

  • Gruppen tauschen die Seiten
  • Jede Gruppe muss die Gegenposition vertreten

Fördert Empathie und Perspektivübernahme.

Stille Debatte (schriftlich)

  • Argumente werden auf Plakate geschrieben
  • Die andere Gruppe antwortet ebenfalls schriftlich
  • Kein direktes Sprechen

Reduziert Reizniveau – Gut für introvertierte oder sprachlich unsichere Teilnehmende.

Blitzargumente (zeitlich begrenzt)

  • Jede Person darf nur 30 Sekunden sprechen
  • Sanduhr oder Timer sichtbar einsetzen

Strukturierend – Verhindert Dominanz einzelner.

Mini-Duell (vereinfachte Version)

  • Nur 3 Argumente pro Seite
  • Keine Gegenrede
  • Fokus auf Sammlung statt Wettkampf

Für jüngere Gruppen oder reduzierten Anspruch.

Pädagogische Hinweise

  • Thema sorgfältig auswählen:
    Die Fragestellung sollte zur Lebenswelt der Gruppe passen und keine einzelnen Teilnehmenden persönlich betreffen oder stigmatisieren
  • Klare Diskussionsregeln vereinbaren:
    zum Beispiel ausreden lassen, keine persönlichen Angriffe, respektvolle Sprache.
  • Freiwilligkeit ermöglichen:
    Nicht jede Person muss aktiv sprechen – alternative Rollen wie Beobachterin oder Protokollantin anbieten.
  • Emotionale Dynamik im Blick behalten:
    Diskussionen können schnell persönlich werden. Als moderierende Person ggf. eingreifen und deeskalieren.
  • Argumente statt Personen bewerten:
    Ziel ist nicht „Gewinnen“, sondern Perspektiven verstehen.
  • Nachbereitung unbedingt einplanen:
    Reflexion darüber, wie sich die Diskussion angefühlt hat, ist pädagogisch wichtiger als das Ergebnis.
  • Überforderung vermeiden:
    Bei jüngeren oder sprachlich unsicheren Gruppen vorbereitete Argumentationshilfen (Satzanfänge, Karten) anbieten.